Dramaturgie

Seit 1994 unterrichte ich die Studierenden des Lehrgebiets Bühnenbild im Fach Dramaturgie. Die Seminare, die von Werken des Sprech- oder Musiktheaters ausgehen, vermitteln theoretische Kenntnisse, ohne den Bezug zur Theaterpraxis zu vernachlässigen. Die Nähe zu den praktischen Erfordernissen des Theaters lässt sich im Rahmen der Hessischen Theaterakademie, einem einmaligen Studienverbund, in dem die zu Theaterberufen ausbildenden Hochschulen und die hessischen Stadt- und Staatstheater synergetisch vernetzt sind, nachhaltig erzielen. Aus dieser besonderen Verbindung von Theorie und Praxis wurde das Fach Angewandte Dramaturgie entwickelt, das als fester curricularer Bestandteil zur Ausbildung gehört.

  • Dramatische Texte brauchen, um Theater zu werden, die dritte Dimension, den Raum. Schauspieler füllen diesen Raum mit ihrem Körper, mit ihrer Gestik, ihrer Mimik, ihrer Stimme. Bühnenbildner und Bühnenbildnerinnen geben dem Raum Gestalt, Kostümbildner und Kostümbildnerinnen machen den Körper zur Rollenfigur.
  • Angewandte Dramaturgie konfrontiert die Studierenden mit Theaterliteratur, lehrt sie genaues Lesen und ermöglicht eine Analyse der Textstruktur.
  • Angewandte Dramaturgie provoziert die Begegnung literarischer Texte mit ihren realhistorischen, sozialen und kulturgeschichtlichen Kontexten, ohne ihre pragmatische Umsetzung auf der Bühne aus dem Auge zu verlieren.
  • Angewandte Dramaturgie soll die Studierenden ermächtigen, im späteren Beruf künstlerische Prozesse in Gang zu setzen und Regisseur/innen, Dirigent/innen und Dramaturg/innen gleichberechtigte Partner zu sein.