IRED - Institut für Recycling, Ökologie, Design

Das IRED Institut für Recycling, Ökologie, Design ist ein am Lehrgebiete Ökologie des Fachbereichs Design angesiedeltes Institut unter Leitung von Prof. Dipl.Phys. Werner Lorke.

Es forscht zu Fragen der Ressourcen- und Energie-Effizienz in Gestaltung, Herstellung, Gebrauch und Verwertung von Produkten. Dabei werden Konzepte und Prozesse für einen nachhaltigeren Umgang mit Rohstoffen entwickelt, praxisnah erprobt und in Kooperation mit der Wirtschaft umgesetzt.

Institutsleitung

ired-hfg.de

Folie ired

Recycling medizinischer Hochleistungsmetalle

Forschungsprojekt

Medizinische Produkte bestehen aus zahlreichen Wertstoffen, die bereits nach heutigen Verfahren wirtschaftlich recycelt werden können. Dazu gehören vor allem Metalle wie Titan, Kobalt, Chrom, Nickel und die damit legierten Edelstähle. Diese Metalle aus explantierten Implantaten, Endoprothesen sowie unbrauchbar gewordenen chirurgischen (Einweg-/Mehrweg-)Instrumenten werden derzeit nicht getrennt gesammelt und hoch Wert erhaltend metallurgisch aufbereitet.

Zahlen und Fakten

Der Verbrauch von chirurgischen Einweginstrumenten, insbesondere in Klinik-Stationen und Ambulanzen, ist seit Jahren steigend. Deren Metallgehalt betrug 2014 allein in Deutschland geschätzt 8000 Tonnen Edelstahl. Diese Teile werden bis dato über den allgemeinen Klinikabfall in Müllverbrennungsanlagen entsorgt und sind daher – wenn überhaupt – nur geringwertig recycelbar.

Laut Statistischem Bundesamt blieben in 2013 ca. 15 t der klinisch entfernten Endoprothesen-Metalle (Kobalt-Chrom- u. Titan-Leg.) unverwertet. Auch von den explantierten Osteosynthese-Implantaten (Titan-Leg,) und chirurgischen Mehrweg-Instrumenten (Edelstahl) landen pro Jahr ca. 50 t im Klinikmüll.

RE-X med :  Recycling-Projekt für medizinische Hochleistungsmetalle

In Zusammenarbeit mit einem mittelständischen Unternehmen für medizinischen Klinik- und Laborbedarf sowie Kliniken in Hessen und Bayern entwickelt das IRED einen – insbesondere bzgl. Arbeitsschutz und Abfallrecht – vorschriftsmäßigen, gleichzeitig den stofflichen Hochwert erhaltenden Entsorgungs- und Verwertungspfad für metallische Klinikabfälle. Ziel ist eine kostenneutrale Ausgestaltung mit möglichst geringem Zusatzaufwand bzw. sogar Arbeitszeiteinsparungen in den Kliniken selbst. 

Die Sammlung in den Krankenhäusern ist zweigleisig organisiert: Für die getrennte Erfassung der gem. AS 180104 einzustufenden gebrauchten Einweg-Instrumente (außer Kanülen + Skalpelle) direkt am Patientenbett werden speziell dafür entwickelte, flüssigkeitsdichte Sammelbeutel aus flexiblem, papierähnlichem Kunststoff bereitgestellt. Das Beutelmaterial ist reißfest, perforationsresistent, beständig gegen klinikübliche Chemikalien, gänzlich ungiftig sowie undurchlässig für bakterielle Keime.

Sofern der Patient „sein“ Explantat nicht behalten möchte oder dieses aus rechtlichen Gründen in der Klinik zu asservieren ist, werden für die Sammlung der explantierten Endoprothesen und Osteosynthese-Implantate an zentralen Stellen im OP-Bereich oder in der ZSA geschlossene Mehrweg-Sammelboxen bereitgestellt. In diesen werden die i.d.R. gespülten und nur gering keimbelasteten Metallteile deponiert. Die gefüllten Boxen werden zunächst vom Abfall-Management der Kliniken gesammelt, gegen leere Behälter getauscht und bis zur Abholung durch einen zertifizierten Logistikpartner in einem gesonderten Container im Wirtschaftshof gelagert.

Bei der zentralen Zusammenführung der Klinik-Container bzw. dem Handling von deren Inhalten entlang der Logistikkette bis zum Einschmelzbetrieb ist weiterhin die Einhaltung der arbeitsschutz- u. abfallrechtlichen Anforderungen insbesondere für jenen Abfall zu gewährleisten, der gem. AS 180104 klassifiziert ist.

Zum aktuellen Stand des Projektes soll dies durch die Kooperation mit einem Fachbetrieb aus Holland sichergestellt werden, der seit 2005 u.a. auf das zertifizierte Recycling von Metallen aus Krematoriumsrückständen spezialisiert ist. Dies und die letztendliche schmelz-metallurgische Aufbereitung der gesammelten Metalle schließt einen Wertstoffkreislauf, der den Einsatz von Primärrohstoffen minimiert. 

Tep schaft kurz mit ha

TEP-Schaft

Foto: Werner Lorke

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Foto: Werner Lorke