Möbeldesign und Produkte im öffentlichen Raum

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Stehen oder Sitzen?

Projekt Barhocker für die Mensa, 2013

Foto: Robert Schittko

Sitzen, liegen, wegräumen – dafür brauchen wir Dinge. Doch oft hilft bei der Strukturierung unseres Handelns im Alltag die Frage: Geht auch weniger? Weniger materiell? Dafür poetischer? Den größten Freiraum, sich jederzeit frei bewegen zu können, bietet freier Raum. So können wir Lebensräume mit Lachen füllen, mit Herbstwind und Mondlicht; mit Gerüchen von frischen Kräutern, mit knisterndem Feuer. Und die wenigen Habseligkeiten, an denen unser Herz hängt, so aufbewahren, dass sie uns lange begleiten können.

Innovation im Möbeldesign basiert auf der Fragestellung, welche Wertigkeit der Gegenstand im privaten Kontext hat. Wie wird er sich verändern können im Laufe der sich verändernden Anforderungen? Soll er gar vererbt werden? Wie elementar kann er sein, wie zurückhaltend, still soll er sein? Bei der Gestaltung von Produkten im öffentlichen Raum spielt der Gestalter die Rolle des Dirigenten. Unterschiedliche Nutzergruppen sollen sich zurechtfinden, sich Räume zu eigen machen, sie in Besitz nehmen. Wie kann Gemeinschaftsgefühl entstehen, sich Zusammengehörigkeit entwickeln? Kann ein Raum Besucher willkommen heißen? Ihn zum Bleiben auffordern? Und in Erinnerung bleiben? Dinge beeinflussen menschliches Verhalten. Wie soll ein Gegenstand aussehen, damit sorgsam mit ihm umgegangen wird? Wie variabel kann ein Möbel sein, um sich den Gegebenheiten anzupassen?

Das Wissen um den Umgang mit den Dingen basiert auf Erfahrungen, die im Rahmen von Projektarbeiten gemacht werden. Bei der Aufgabenstellung werden bereits Fährten zu kreativen Freiräumen gelegt. Und dabei neue Produktkategorien angedacht. Der ausgearbeitete Entwurf basiert auf einem Gestaltungskonzept, das die gewünschte Anmutung beschreibt. Experimentelle Studien – bevorzugt in realer Größe und im vorgesehenen Kontext – helfen bei der Entscheidungsfindung. Die Ausarbeitung des Entwurfs berücksichtigt ästhetische und konstruktive Aspekte. Materialwahl und Herstellungsverfahren beziehen sich auf die serielle Fertigung in größeren Stückzahlen. Individualisierte Produkte im Kontext von Produktsystemen schließen auch Unikate ein.

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Foto: Robert Schittko

Projekte

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Haus berge in Aschau

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    Haus berge

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    Große Stube

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Haus berge

Workshop »Neue Wege«

im Haus berge in Aschau bei Nils Holger Moormann

Unsere Exkursion zu Nils Holger Moormann bestand aus zwei Teilen: auf einen Firmenbesuch folgte ein Aufenthalt in Haus berge, der Herberge, die kein Hotel sein will.

Der Kontakt zwischen dem Lehrgebiet Möbeldesign der HfG Offenbach und dem Hersteller für Designmöbel, Nils Holger Moormann GmbH, besteht seit mehr als 25 Jahren. Das Unternehmen legt Wert auf den Austausch mit jungen Möbeldesignern. Zahlreiche HfG-AbsolventInnen haben hier während ihres Praktikums fundiertes Wissen über die Entwicklungsschritte erworben, die wesentlich sind, einen Entwurf zu einem Möbel weiter zu entwickeln. Bereits 1989 konnte der HfG-Entwurf »Asket« von Susanne Röver und Sabine Wald in die Produktpalette aufgenommen werden. Die Kollektion zeichnet sich durch unsichtbare Qualitäten aus: nachhaltige, unbehandelte Materialien und regionale Fertigung, Langlebigkeit und formale Reduktion.

Im Workshop »Neue Wege« stellten wir die konventionelle Einrichtung von Jugendherbergen in Frage. Gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Deutschen Jugendherbergen arbeiteten, kochten und aßen wir in der Großen Stube, unserem Seminarraum mit Kaminofen und Kochinsel.

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Dawinikusli

Daniel Daub

Dawinikusli

Daniel Daub, Diplomand im Fachbereich Produktgestaltung, hat den Wettbewerb »Recreate Textiles: Think Forward« Award 2013 gewonnen. Sein Entwurf »Dawinikusli« verarbeitet Produktionsreste zu einem weichen Polster,  das die Vielfalt der Farben und Strukturen nutzt, um unterschiedliche Reliefs zu erzeugen. Der Hersteller hochwertiger Heim-Textilien, Creation Baumann, aus der Schweiz suchte Lösungen für einen zweiten Lebenszyklus seiner Produktions-Reste.

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    Stadtmuseum Offenbach

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Stadtmuseum Offenbach

Stadtmuseum Offenbach

Gestaltung des Stadtmuseums Offenbach im Haus der Stadtgeschichte 2004 mit Prof. Dieter Lincke, Saira Hussein, Rosaria Messina, Annette Pfister und Daniel Weitenauer

Studienarbeiten

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Diplomarbeit

Janina Heiliger

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Tanita Klein, Schreibtisch, Vordiplomarbeit

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Schlafen ohne Bett

Studie

Na Young Kwak

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Ablage neben dem Tisch

Barbara Kremm

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Schatzkarte

Valentina Dedi

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ad_hocK

Sarah Lilienthal

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Michael_1 top 2

Michael Eisele

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Spross

Julian Kuhn

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Flying Hostel

Valentin Brück

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News

Buero fit1
vor 1 Jahr

HfG-Studentin auf der Ambiente

Zum zweiten Mal in Folge wird der mittlerweile erfolgreich auf dem Markt vertriebene »Rolf Rollcontainer« der HfG-Studentin Rena Chilas auf der Ambiente in Frankfurt ausgestellt.