Neue Materialien und Technologie im Design

Das Lehrgebiet Neue Materialien und Technologie ist neben den Entwurfs- und Theorieangeboten im Fachbereich Design als ein interdisziplinär orientiertes Lehr- und Forschungsgebiet eingerichtet. Es umfasst im Grundstudium die Vermittlung von fachspezifischen Grundlagen der Technologie, Materialkunde und der Konstruktion im Design. Im Hauptstudium erfolgt eine Vertiefung und Erweiterung der Technologie- und Materialvermittlung. Im Fokus stehen dabei Zusammenhänge von Technologie(n) mit gestalterischen, kulturellen, sozialen und künstlerischen Fragen.

Vorbemerkung

Die Aufgabenfelder des Designs und insbesondere der Produktgestaltung sind seit jeher technologiegetrieben. Die funktionale Form bildet dabei nur eine von zahlreichen Zielvorgaben. Die praktische und theoretische Auseinandersetzung mit der Ästhetik der Dinge, mit ihren Wechselwirkungen mit uns und der Umwelt, mit ihrem Schicksal nach intendierter Nutzung bzw. dieser zum Trotz, er- und behält ihre treibende Kraft durch die technologische Weiterentwicklung. Insbesondere ist für eine (Er)Kenntnis fördernde, Wissen generierende Forschung mit und durch Design die Einbindung von Technologie essenziell. Technologien bilden die praktischen Instrumente der kreativen Prozesse, stellen Werkstoffe und Verfahren für die Materialisierung der Ergebnisse bereit. Technologische Möglichkeiten und Grenzen definieren neue Aufgaben des Designs. Um einen kompetenten Diskurs über unsere zukünftige Lebens- und Arbeitswelt führen zu können und das alltägliche und kulturelle Umfeld aktiv zu gestalten, ist technologische Kompetenz für den Designer unerlässlich. Kompetenz, die erst entsteht , wenn man sich nicht mit der begrifflichen Oberfläche, dem Schlagwort und dem Schon-mal-davon-gehört-haben zufrieden gibt.

Lehre

Im Sinne der Vorbemerkung, dem transdisziplinären Ausbildungsziel der HfG Offenbach sowie dem bei Studienanfängern oft geringen technisch-wissenschaftlichen Vorwissen, bieten die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums zunächst einen niederschwelligen Zugang zur Technologie im Design.Anhand eines exemplarischen Werkstoffkanons (Metalle, Polymere/Elastomere, biogene Werkstoffe) werden in den beiden Seminaren des Grundstudiums (Technologie 1 + 2) die wichtigsten Materialeigenschaften und deren Bedeutung für die Produktgestaltung vorgestellt. Materialverhalten wird anhand praktischer Beispiele, teilweise auch durch eigene Experimente der Studierenden, qualitativ und quantitativ vermittelt. Vor dem Hintergrund der exemplarischen Werkstoffkenntnisse richtet sich das Augenmerk auch auf theoretische Ansätze zur Bewertung von Festigkeit und Belastbarkeit von Materialien. Im Technologie 3 (T3)-Seminar des Hauptstudiums wird der Werkstoffkanon erweitert auf die natürlichen und synthetischen Verbundwerkstoffe wie z.B. Holz, Papier bzw. faserverstärkte Kunststoffe und keramische Materialien. Verzahnt mit der Werkstoffdiskussion erfolgt die Vermittlung von Verfahrens-, Be- sowie Verarbeitungswissen für die einzelnen Werkstoff-Gruppen. Wobei neben den  »Hands-on-Techniken« (d.h. solchen, die mit der technischen Ausstattung der Hochschule realisierbar sind) auch die jeweils aktuellen, in der Industrie bzw. auf Forschungsebene eingesetzten Verfahren präsentiert und diskutiert  werden.

Seminarziele sind der Aufbau eines  systematischen Materialverständnisses unter Einbeziehung physikalischer, chemischer und bionischer Modellvorstellungen (Kräfte, Statik, Geometrie, Morphologie) sowie der Aufbau eines materialübergreifenden Bearbeitungswissens, das gezielt zu Grenzüberschreitungen auffordert. Grenzüberschreitung, verstanden als kompetente Kreativität, als  Fähigkeit zum kreativ–experimentellen Technologietransfer. D.h. zum Beispiel die Bearbeitung und Formgebung von Werkstoffen mit Technologien und Maschinen, die für diese Materialien ursprünglich gar nicht entwickelt worden sind. Im Rahmen der Seminare werden auch die Zielkonflikte in der Produktentwicklung diskutiert, die sich aus den Anforderungen an Funktionalität und Aktualität, Langlebigkeit und Marktorientierung, Wachstumszwang  und Nachhaltigkeit ergeben.

Forschung

Technologie & Menschenbild

Fotografisch-künstlerische sowie wissenschaftliche Forschung zu den Auswirkungen techno-medizinisch basierter Körpermodifikationen und -ergänzungen sowie  Körperteil-Substitutionen auf das Selbst- und Außenbild des menschlichen Körpers.

Bio-Materialisierung

Biologisch basierte Werkstoffe, Biomineralisation und kreative Substitutionsprozesse. Konzeptionelle sowie praxisorientierte Forschung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Markus Holzbach (Lehrgebiet Materialdesign).

Kalender

4. Februar 2015 bis 2. Juni 2017
2 Juni 2017 Freitag

Japanische Tattoos und afrikanische Narben

bis 3. Juni Isenburger Schloss, linke Kapelle
Jomon tribe 08
4 Februar 2015 Mittwoch
O a kl2

News

Bio materialization 1 small
vor 2 Jahren

Vortragsreise in die USA

Prof. Dr. Markus Holzbach und Prof. Werner Lorke präsentieren auf einer auf einer Vortragsreise an der Ostküste der USA Anfang April 2016 aktuelle Arbeiten und Forschungsergebnisse aus dem Themenfeld Bio-Materialisation.