Internationale Projektplattform Offenbach (IPPO)

Design kann sich nicht raushalten

Design ohne den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmen verstehen und betreiben zu wollen, ist naiv, ja schädlich. Prof. Petra Kellner und Prof. Georg-Christof Bertsch starteten IPPO anlässlich ihres Offenbacher Symposiums »Reflecting Waters« am 4. Juli 2007. Wasser als Designthema beschäftigte die beiden vor allem in den Jahren 2007 bis 2012. Mobilität im globalen Maßstab war ein paralleles Thema, das sich in internationalen Projekten Seminaren, Symposien und Workshops u.a. in Helsinki, Rio de Janeiro, Delhi, Istanbul niederschug.

Was ist der Hintergrund? Was will IPPO?

IPPO ist eine Themen- und Personen-Entwicklungsplattform. Von hier aus werden Transformations-Themen lanciert. Das Engagement von Georg-Christof Bertsch bei der Gründung des Design Institut für Mobilität und Logistik geht z.B. auf »Taxi as a sustainable group transport system« zurück, welches er und Petra Kellner von 2008-2010 in Offenbach, Rio de Janeiro und Istanbul vorangetrieben haben. 

Ebenso hat IPPO mit dem Projekt REFLECTING WATERS dazu beigetragen, die Konferenz im EMBRACE OUR RIVERS 2016 in Chennai vorzubereiten – auch dadurch dass bereits im Rahmen von IPPO eine internationale Wasserkonferenz in Offenbach stattfand. 

Das Projekt MyFutureCampus 2018 geht ebenfalls auf Überlegungen zurück, die im Rahmen von IPPO entwickelt worden. Ebenso das Projekt und die Konferenz NICHTWORT 2017, die auf die »Entlang der Route«-Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingswinter 2015 zurückgehen. Dabei waren Jens Balkenborn, Judith Block und Hosam Katan entscheidende Akteure. Die KLIMAROUTE, die von 2008-11 entwickelt wurde, ist ebenfalls ein direkter Spin Off aus dem IPPO Zusammenhangs. 

Die Idee von IPPO ist es also, im Rahmen interkulturelle Diskussionen, Experimente, Workshops Designer:innen zu »Leadern« des transformationalen Designs auszubilden oder ihnen Anregungen zu geben sich in diese Richtung zu orientieren. 

Denn wie soll die Transformation gelingen, wenn Designer_innen nicht im internationalen und interkulturellen Kontext die Führung übernehmen? Daher heißen die Veranstaltungen von IPPO seit einigen Jahren »Leading across cultures – young intercultural leaders in design« und werden vollständig auf Englisch abgehalten. Im Sommersemster 2022 werden neben der HfG-Alumna Madita Morgenstern Antao, die das Projekt bereits einige Jahre mitbetreut, der HfG-Alumnus und Humanitarian Designer Thomas Jäger und die Studentin Morgana Hohenstein mitarbeiten. 

IPPO als Plattform

Die eigentliche Plattform ist dabei ein Netzwerk aus mehreren Dutzend weltweit verstreuten Designprofis aus den Bereichen Hochschullehre, Gestaltung, Theorie, aber auch Teilnehmer aus anderen Disziplinen. IPPO war zunächst eine Privatinitiative der beiden Professoren. 2014 wurde ein Institut der HfG daraus. Das Ziel ist eine offene Diskussion der Widersprüchlichkeit, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, der Komplexität von Design im neuen Jahrtausend.

Akteure, Rollen

Für uns können Studierende Lehrende sein und Professoren Lernende. Wir glauben nicht an Sicherheit, wir haben zu viele Ideologien untergehen und entstehen sehen; Ländergrenzen verschwinden und Mauern wachsen. Die konstante Veränderung der Welt mit Design zu erschließen und mit Design zu helfen, Würde und Sinn in einer demokratischen Gesellschaft generieren zu helfen, ist ein wichtiger Ansatz und Anspruch. IPPO wird von einem Beraterstab unterstützt, der aus unterschiedlichen professionellen und nationalen Kontexten kommt. Wir haben seit vielen Jahren konstant in Seminaren, Workshops, Symposien v.a. mit der Escola de Desenho Industrial, Rio de Janeiro; Bezalel Acamdemy of Art and Design, Jerusalem; Istanbul Teknik Üniversitesi, Istanbul; Freie Universität Bozen/Bolzano, TU Berlin, der Hochschule Berlin Weißensee zusammengearbeitet.

Eine Vision? Voilà, eine Vision

Zusammen mit anderen Professoren, Studierenden, Alumni, Doktoranden wollen wir versuchen in einer täglich dichteren Welt in demokratisch konstituierten Teams zu arbeiten. Wir möchten dabei langfristige, vertrauensbasierte, stabile persönliche Beziehungen aufbauen – sie haben unendlich viel mehr Wert als institutionelle Kooperationen.​