12 November bis Morgen. November 2019

How to fill the Museum

Zollamt Galerie
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How to fill the Museum

Museumsgestaltung, Schnittstelle von Szenografie, Innenarchitektur und Kommunikationsdesign

Workshop mit Museumsgestalter Hendrick Pletz. Eine Einführung in den Workflow der Museumsgestaltungsagenturen, als Berufsvorbereitung oder Handwerkszeug für künstlerische Arbeit, für sieben
Teilnehmende
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Zum Workshop

Museen schienen bis vor kurzer Zeit ein Auslaufmodell zu sein. Die Zukunft ist digital und dezentral, immer abrufbar auf jedem beliebigen technischen Endgerät. Doch der Wind dreht sich. Die Museen boomen, alte werden frisch gemacht und sogar neue, teilweise riesige Häuser, entstehen. Ob deswegen von einem neuen Frühling des kritischen Denkens oder gar einem Paradigmenwechsel des politischen Willens, der sich von den Vorzeichen einer ökonomischen zu einer kulturell konstituierten Gesellschaft verlagert, zu sprechen ist, muss aber wohl bezweifelt werden. Diese Entwicklung zeigt vielmehr eine Verschiebung des Museumsbegriffs: Galt bis vor ein paar Jahren noch primär die Bewahrung historischer Realitäten als Ziel, getrieben durch die Idee der Aufklärung, versprechen heute Erlebniswelten eine primär subjektive Erfahrung jenseits einer didaktischen Wissensvermittlung. Flankiert wird dies durch eine Verwissenschaftlichung des musealen Diskurses, wie es sich beispielsweise in Lehrstühlen zur Museologie und der Public History widerspiegelt – wobei sich die Forschung teils affirmativ dem ökonomischen Gestaltungsprozess anbiedert, sich teils durchtheoretisiert jeglichen Zugang zur Praxis der Ausstellungsentstehung verschließt.

Der Workshop hat zum Ziel, einen konkreten Einblick in die Entstehung einer Ausstellung zu geben. Von der Formulierung einer Idee seitens des Museums, über die Entstehung der Entwürfe innerhalb eines Gestaltungswettbewerbs, bis hin zum oft mehrere Jahre andauernden zermürbenden Wegs der Umsetzung. Dabei soll gezeigt werden, dass die Idee eines kuratorischen Genius, der/die aus sich heraus eine Vision in die Welt setzt, ebenso verworfen werden muss wie das Image der Gestalter_innen, die als Künstler_innen der Idee eine inspirierende Form geben. 

Ziel des Workshops ist es nicht, nur zu zeigen, wie eine Exponat-Excel-Tabelle richtig geführt wird. Zu wissen allerdings, dass dies ebenso ein Teil der Realität ist, schon. Genauso, dass jeder Bagger, der an die Wand gehängt werden soll, statische Probleme hervorruft, dass jede Grafik auf einer gewölbten Fläche selbst den besten Siebdrucker vor Probleme stellt, dass technisch zwar mittlerweile fast alles möglich ist, aber bereits ein einfaches Mapping auf ein Weißmodell so viel kostet wie ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt. Es geht um die Kunst eines realistischen Gestaltens: Vom richtigen Lesen des kuratorischen Briefings, vom Verstehen des zur Verfügung stehenden Raums, bis zum budgetbewussten Entwurf wird eine hunderttausend-Euro Ausstellung für das Zollamt entworfen.

Organisiert von HfG-Student Nikolaus Kockel

12.–15. November 2019

Anmeldung

nikolaus.kockel@gmx.de

HfG-Zollamt Galerie

Frankfurter Straße 91
63067 Offenbach