Faina Yunusova erhält Stipendium Willingshausen
Die Stipendiatinnen
Faina Yunusova (links) und Philippa Jochim
HfG-Alumna Faina Yunusova und Philippa Jochim sind die diesjährigen Stipendiatinnen des Stipendium Willingshausen.
Faina Yunusova arbeitet mit monumentalen Malereien, Fotografie, Video, digitaler Kunst, künstlicher Intelligenz, Performance und Installation. Yunusovas Kunst ist stark von ihrer Kindheit in Usbekistan und den Orten geprägt, an denen sie gelebt hat. In fotografischen Arbeiten inszeniert sie Symbole der westlichen Konsumgesellschaft als verschwommene Reliquien aus einer anderen Zeit (»Hush Crash«). Blaues Pigment, das einst über die Seidenstraße den vorderasiatischen mit dem europäischen Raum ästhetisch verband, greift sie als Symbol für die Kommerzialisierung kulturellen Erbes auf (Hype Machine). In ihrer künstlerischen Praxis konzentriert sich Yunusova auf Selbstreflexion und untersucht Themen wie Erinnerung und gesellschaftliche Erwartungen im digitalen Zeitalter.
In Willingshausen plant sie, sich mit den kulturellen Konnotationen von Vorgärtendekorationen auseinanderzusetzen. Faina Yunusova hat an der Stroganow-Kunstakademie in Moskau und der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert und absolviert aktuell ihren Master in Bildender Kunst an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in La Monnaie Paris, der Kunsthalle Bremen, im Centro de Investigação Artística HANGAR in Lissabon, in der Cité internationale des Arts Paris und im Frankfurter Kunstverein ausgestellt. Sie war Teil des Programms des usbekischen Pavillons auf der Biennale Arte in Venedig (2022) und nahm an verschiedenen Vorträgen und Workshops teil, unter anderem im Museum of Modern Art Grand Duc Jean in Luxemburg (2023).
Mit dem Stipendium Willingshausen kommen seit 1996 jährlich zwei Studierende oder junge Absolvent_innen von Kunsthochschulen und Akademien in die MalerInnenkolonie. Sie sind eingeladen, die Idee der MalerInnenkolonie in die Gegenwart zu holen und sich aus einer zeitgenössischen Perspektive mit diesem besonderen Ort und der ländlichen Region der Schwalm auseinanderzusetzen. Für die Dauer von je drei Monaten (Februar bis April oder September bis November) leben die NachwuchskünstlerInnen vor Ort im denkmalgeschützen Hirtenhaus und arbeiten in den Atelierräumen des Gerhardt-von-Reutern-Hauses. Ihren Aufenthalt beschließen sie mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Willingshausen und einem Katalog.
18.02.2026