Rundgangpreis der freunde der hfg e.V. - Kunst

vor 10 Jahren
Verleihungwunderland
Verleihung kuhn

Die freunde der hfg e.V. haben in diesem Jahr erstmalig zwei mit je 2.500 Euro dotierte Rundgangpreise ausgelobt: für den Schwerpunkt Kunst und für den Schwerpunkt Design. Die Preise wurden im Rahmen der Eröffnung des Rundgangs am 6. Juli 2012 auf dem Schlossplatz verliehen.

Der Preis im Bereich Kunst ging zu gleichen Teilen an Mattis Kuhn und die Teilnehmer des Projekts »3-D Wunderland«. Die Jury bestand aus Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Philosophie/Ästhetik an der HfG), Dr. Holger Niedenthal (Vorstand freunde der hfg e.v.), Prof. Bernd Kracke (Präsident, Hochschule für Gestaltung Offenbach)

Die Jurybegründungen:
Den ersten „ersten Preis“ vergeben wir an Mattis Kuhn mit seiner Arbeit »Herz Woyzeck«, die im doppelten Wortsinn das Herz des Woyzeck-Stoffs – des Dramas von Büchner, des Schicksals der historischen Figur Johann Christian Woyzeck und der Oper von Alban Berg - isoliert und in eine szenische Situation gebracht hat, deren Intensität man sich kaum entziehen kann. Zugleich erschließt diese Arbeit Neuland in der Schnittmenge zwischen Performance und Theater, Installation und Musik: Schönbergs Zwölftonsystem trifft auf einen Herzfrequenzmesser, präfabrizierte Sounds treffen auf live spielende Musiker, ein Körper trifft auf seine eigene Abstraktion, Text trifft auf Bild. Es handelt sich hier um ein Experiment auch mit dem Erbe des Gesamtkunstwerks, das die Differenzen zwischen den einzelnen Medien nicht in einer falschen Einheit verdecken will, sondern das darauf zielt, gerade in und durch die Verbindungen zwischen den Medien ihrer jeweiligen Eigenlogik gerecht zu werden.

Den zweiten „ersten Preis“ vergeben wir nicht an eine Einzelposition, sondern an ein kollektives Projekt, deren Teilnehmer und Teilnehmerinnen – Studierende aus Offenbach und Bordeaux – sich mit ihrem je individuellen künstlerischen Eigensinn einem Prozess unterstellt haben, in dem die Sache mit der Autorschaft zugunsten einer Gemeinschaftsproduktion zurücktrat. Wir finden, dass das Ergebnis sich wirklich sehen lassen kann: Entstanden ist eine beeindruckende Rauminstallation mit ortsspezifischen Bezügen, transformierenden Eingriffen und korrespondierenden Elementen: Es finden sich hier Schwimmbecken, Schießscharte, Schriften und Schwankbühne ebenso wie eine Bar und diverse Tischspringbrunnen, eine Hang-out-Zone, eine Umkleidekabine und ein in die Ecke gesetztes Objekt, das die Reste des Prozesses verwahrt – sie wurden ordentlich auf Europaletten-Größe gestapelt und in Plastik verschweißt – um auf diese Weise doch wieder ins Gesamt der Inszenierung eingehen zu können. Kurz: die Ölhalle hat sich in ein wahres »3-D Wunderland« verwandelt!

*Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts »3D-Wunderland«:
Maria Anisimowa, Mira Bussemer, Philippe Bouthier, Jean-Pierre Dang, Ciril Debon, Aude Dumay, Nathanael Enoc, Franck Eon, Max Eulitz, Coline Golot, Sebastian Heinrich, Sandra Heinz, Romain Juan, Yoonsun Kim, Felix Kultau, Martin Lahitète, Magali Laurent, Lilly Lulay, Wolfgang Luy, Yumiko Misutan, Ischkhan Nasaryan, Emilia Neumann, Aurore Péguin, Lutz Pillong, Sven Prothmann, David Schiesser, Simone Schulz, Dennis Siering, Maltes Zenses.
Leitung: Litz Pillong und Sven Prothmann

10.07.12