Philosophie und Ästhetik

Eva Novak

Assistenz

assistenz.rebentisch@hfg-offenbach.de​

Anne Gräfe

Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

graefe@hfg-offenbach.de

Sebastian Mühl

Doktorand und Wissenschaftlicher Mitarbeiter

muehl@hfg-offenbach.de

Doktorand_innen

Helene Deutsch

Über Humor in der zeitgenössischen Kunst

Betreuende: Prof. Dr. Juliane Rebentisch, Prof. Susanne Winterling

Annika Frye

Improvisation in Designprozessen

Betreuende: Prof. Dr. Bernhard E. Bürdek, Prof. Peter Eckart, Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Ul­rich Gebert

Ent­rück­te Din­ge. Fo­to­gra­fie, Neue Sach­lich­keit und Weltbezug

Betreuerin: Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Anne Gräfe

Die politische Kraft der ästhetischen Langeweile

Betreuerin: Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Felix Kosok 

Design, Differenz, Demokratie 

Betreuende: Prof. Dr. Juliane Rebentisch, Prof. Klaus Hesse

Craig Leonard

Aesthetics After Marcuse: What's Left of Anti-Art?

Betreuende: Prof. Heiner Blum, Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Sebastian Mühl

Utopiekonzepte in der Gegenwartskunst

Betreuende: Prof. Rotraut Pape, Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Informationen zur Promotion

Gegenwart 4

Die Gegenwart der Gegenwartskunst

Vortragsreihe

Plakatgestaltung: Sascha Lobe

Die Ästhetik steht heute vor besonderen Herausforderungen, denn die Grenzen des Ästhetischen scheinen sich zunehmend aufzulösen. Davon zeugt die kunstkritische Rede von der „Entgrenzung der Kunst und der Künste“ ebenso wie die kulturkritische von der „Ästhetisierung der Lebenswelt“. Mit der Rede von der Entgrenzung der Künste soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass wir es heute zunehmend mit hybriden Werken zu tun haben, die sich nicht mehr hinreichend aus der Entwicklungslogik einer Kunst erklären lassen. Darüber hinaus aber hat die Kunst auch zunehmend kunstfremde Elemente in sich aufgenommen, sie hat sich auf das Leben geöffnet. Beide Entwicklungen forcieren die Grundsatzfrage: Was ist Kunst? Und diese Frage ist immer schon mit weiteren grundsätzlichen Fragen verschränkt: Gibt es überhaupt etwas wie eine Eigenlogik des Ästhetischen, die sich vom Nichtästhetischen unterscheiden lässt? Und wenn ja: Was folgte daraus für die kulturkritische Rede von einer Ästhetisierung der Lebenswelt? Denn damit ist eine Diagnose gemeint, die derjenigen von der Entgrenzung der Kunst und der Künste genau komplementär ist. Mit Ästhetisierung ist ein Prozess gemeint, in dem vormals nichtästhetische Bereiche wie zum Beispiel die Ethik und die Politik durch ein verstärktes Eindringen des Ästhetischen verändert werden. Und nicht zum Guten, glaubt man der Kritik: Denn Ästhetisierung meint keineswegs bloß ein Phänomen der Oberfläche. Im Gegenteil – der so bezeichnete Prozess soll in die Tiefenstruktur unserer ethischen Selbstverständnisse wie unserer politischen Kultur hineinreichen. An die Stelle der Ethik trete eine individualistische Ästhetik der Existenz; an die Stelle der Politik deren spektakuläre Inszenierung. Der Begriff der Ästhetisierung bezeichnet mithin eine tiefgreifende Transformation von Ethik und Politik; und zwar eine Transformation, durch die Ethik und Politik sich selbst fremd, nämlich ästhetisch werden. Das Ästhetische erscheint dabei nicht als Bedrohung von außen, sondern als eine Form der Entstellung, die Ethik und Politik von innen her zersetzt, weil in ihrer normativen Substanz aushöhlt.

Während die Diagnose von der Entgrenzung der Künste also die Frage nach der Grenze zwischen Ästhetischem und Nichtästhetischem für das Feld des Ästhetischen stellt, geht es in der Diagnose von der Ästhetisierung der Lebenswelt um die Grenze zwischen Ästhetischem und Nichtästhetischem auf dem Feld des Nichtästhetischen. Das aber heißt auch: Ästhetisches und Nichtästhetisches können einander offenbar nicht äußerlich – als klar umrissene Gegenstandsbereiche – gegenübergestellt werden. Dadurch wird jedoch die Frage nach dem Verhältnis von Ästhetischem und Nichtästhetischem nicht obsolet. Im Gegenteil, sie stellt sich neu: Es muss darum gehen, aus den Diagnosen ihrer wechselseitigen Durchdringung ein besseres Verständnis ihrer Unterschiede zu gewinnen.

Man muss also genauer hinschauen. Denn in beiden Debatten firmiert das Ästhetische als Oberbegriff für höchst unterschiedliche Phänomene, deren Verhältnis es zu beleuchten gilt. So stellt sich – und zwar im Zeichen des wechselseitigen Grenzübertritts verstärkt – die Frage nach dem Verhältnis, in dem die Kunst zum Design steht. Wie verhalten sich die beiden ästhetischen Praxisformen zueinander? Gibt es eine eigene Politik der Kunst, gibt es eine – vielleicht komplementär zu denkende – des Designs? Im Blick auf die kulturkritische Rede von der Ästhetisierung ist dagegen bereits zu prüfen, ob die Kennzeichnung ästhetisch hier nicht zuweilen auch bloß als rhetorisches Mittel eingesetzt wird, um Elemente aus Politik und Ethik auszuschließen, die gar nicht originär ästhetisch sind. Um das zu klären, bedarf es nicht nur eines genaueren Blickes auf all die vorderhand ästhetischen Phänomene, die unter dem Titel der Ästhetisierung verhandelt werden. Man muss sich auch den ethisch-politischen Problemen zuwenden, die die Kritik motivieren und den Zusammenhang ihrer höchst unterschiedlichen Motive verständlich machen. Schließlich sind die aktuellen Grenzdiskussionen in eine historische Perspektive zu rücken. Haben wir es tatsächlich mit neuen Phänomenen zu tun? Und gilt dies für beide Diskussionszusammenhänge gleichermaßen? Wenn ja: Welche Rolle spielen technologische und ökonomische Faktoren für die jeweiligen Entwicklungen?

Je nach dem, wie man sich zu diesen Fragen stellt, soviel ist allerdings klar, ergeben sich weitreichende Konsequenzen für das Selbstverständnis ästhetischer Praxis heute. Ich verstehe meine Aufgabe an der HfG Offenbach nicht zuletzt dahingehend, solche Grundsatzdiskussionen anzuregen und zu ihnen einen Beitrag zu leisten. Damit ist zugleich auch gesagt, dass ich mir den Schrägstrich zwischen Philosophie und Ästhetik in der Denomination der Professur (Philosophie/Ästhetik) als durchlöcherten vorstelle. Denn vor dem Hintergrund der aktuellen Grenzspiele des Ästhetischen wird nur noch einmal ausdrücklich, was immer schon galt: Man kann nicht vernünftig Ästhetik betreiben, wenn man nicht auch Fragen aus den Bereichen der theoretischen und der praktischen Philosophie mitbehandelt. Das gilt aber auch für die andere Seite: Man verpasst entscheidende Pointen der theoretischen und der praktischen Philosophie, wenn man nicht nach den ästhetischen Dimensionen unserer theoretischen und praktischen Weltverhältnisse fragt. In beide Richtungen ist meine Arbeit an diesem Austausch interessiert und richtet sich damit gegen die Selbstbeschneidung der Philosophie, wie sie durch ihre übliche Unterteilung in Spezialgebiete entsteht.

Projekte

  • Gegenwart 3

    Die Gegenwart der Gegenwartskunst

    Vortragsreihe

    Plakatgestaltung: Sascha Lobe

  • Gegenwart 1

  • Gegenwart 2

Die Gegenwart der Gegenwartskunst

Vortragsreihe

Plakatgestaltung: Sascha Lobe

Plakat

Spekulation

Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt / HfG Offenbach / Hessische Film- und Medienakademie, 4. Oktober 2012

Plakatgestaltung: Jan Münz und Benjamin Franzki, Foto: Patrick Raddatz

Rotron2

Geniale Dilletanten

Veranstaltung mit Rotraut Pape

Plakatgestaltung: Klaus Hesse

Plakat kuratoren

Kuratoren: Künstler, Kritiker, Kollaborateure?

Veranstaltungsreihe, zusammen mit Julika Rudelius

Plakatgestaltung: Eike König

Kalender

14. April 2015
14 April 2015 Dienstag

Theorie im Sommer

14:00 Uhr, Hauptgebäude, Raum 101
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News

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vor 1 Jahr

Deutsche Gesellschaft für Ästhetik

Die HfG Offenbach ist für die nächsten drei Jahre Sitz der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Präsidentin der Gesellschaft für diese Zeit ist Prof. Dr. Juliane Rebentisch.