Urban Design

01 mobiles graz foto max wegscheidler 2021

Mobiles Graz

Foto: Max Wegscheidler

Wissenschaftliche Mitarbeiter

​​z. Zt. nicht besetzt

​​Studentische Hilfskraft

Jan Roßkothen

Publikationen

Downloads

Designinstitut für Mobilität und Logistik (DML)

Forschungsprojekte

  • LOEWE Schwerpunkt Infrastruktur–Design–Gesellschaft (2018-2022)
  • HMWEVW Nachhaltige Mobilität im sozialen Wohnungsbau (2019–2021)
  • HOLM CogDes (2019–2020)
  • BMBF InterMoDe I (2019–2021)
  • HOLM EmotDes (2021-2022)
  • HOLM AI Lab Trust (2021–2022)
  • BMBF InterMoDe II (2021–2024)

Doktorandinnen und Doktoranden

Ruth Duma-Coman

Improvisation, Urban Design und Migration

Betreuende: Prof. Dr. Kai Vöckler, Prof. Heiner Blum

Daniel Gurka

Intuitive Interaktionen in der Virtual Reality

Betreuende: Prof. Dr. Kai Vöckler, Prof. Peter Eckart

Annalena Kluge

Musterbasiertes Framework zur Vermittlung von Planungs-, Entwurfs- und Handlungsempfehlungen

Betreuende: Prof. Dr. Kai Vöckler, Prof. Peter Eckart

Julian Schwarze

Produktsemantik und Mobilitätsraum

Betreuende: Prof. Dr. Kai Vöckler, Prof. Peter Eckart

Informationen zur Promotion

Urban Design

Der Fokus des Lehrgebiets Urban Design liegt auf der Gestaltung von Prozessen in Räumen. Urban Design bezieht sich auf die Interaktion von handelnden Menschen mit Objekten, Informationen und den sie umgebenden Innen- und Außenräumen und deren Erweiterung um digitalbasierte virtuelle Umwelten. Die sich am Menschen orientierende Gestaltung von Räumen ist systemisch und disziplinär übergreifend ausgerichtet. Analyse- und Forschungsmethoden des Designs, der Architektur und des Städtebaus sind Teil der Lehre. Erkenntnisse der Wahrnehmungs- und Umweltpsychologie als auch der Kognitionswissenschaft werden ebenso wie die der sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Forschung berücksichtigt und zur Klärung der Entwurfsaufgabe einbezogen. Ziel ist, Räume zu gestalten, die Nutzenden den Zugang erleichtern, deren Erfahrungen positiv beeinflussen und die Ausbildung räumlicher Identität unterstützen. Die an der HfG Offenbach entwickelte Theorie der Produktsprache wird dabei einbezogen und um den ökologischen Ansatz erweitert.

Lehre

Räumliches Gestalten I (Wahrnehmung und Raum)

In der Wahrnehmung von räumlichen Umgebungen spielen formalästhetische Aspekte der Strukturierung eine wichtige Rolle: wie sind Objekte und Informationen positioniert, wie gliedert sich der Umraum, wie werden sie in der Bewegung, in einer aktiven, erkundenden Wahrnehmung erfahren? Wie wird durch Gestaltung die Lesbarkeit der Räume (Orientierung) befördert, ein positives Empfinden (Selbstverortung) ermöglicht? Im Fokus steht die Wahrnehmung von räumlicher Struktur. Es wird ein Überblick über entwurfsrelevante Einflussfaktoren gegeben, wobei die Beziehung von Mensch und Raum im Vordergrund steht.

Räumliches Gestalten II (Handlung und Raum)

In der Nutzung von Objekten und Räumen spielen erlernte und unbewusst ausgeübte Körpertechniken eine zentrale Rolle. Wie kann gestalterisch die unmittelbare »Handhabung« von raumbildenden Objekten erleichtert werden, wie kann der intuitive Zugang und damit eine direkte und störungsfreie Nutzung von Räumen erreicht werden? Zu der Gestaltung handlungsförmiger Angebote (Anzeichen/Affordances) kommen die kommunikationsförmigen Informationen: Bild- und Schriftzeichen, die der Orientierung und dem Verständnis dienen und digitalbasiert den Informationsraum erweitern. Handlungsbezogene und kommunikationsförmige Informationen strukturieren und gliedern Räume, durch Gestaltungsentscheidungen werden Zugang und Gebrauch, Lesbarkeit und Selbstverortung ermöglicht und verbessert. Im Fokus steht die Interaktion mit Objekten und Informationen in der Bewegung im Raum.

Räumliches Gestalten III (Prozess und Raum)

Die Bewegung von Menschen in Räumen formiert sich in dynamischen Interaktionssequenzen, deren Komplexität eine besondere Herausforderung für die Gestaltung ist. Ob zu Fuß, per Rad, alleine oder mit anderen zusammen in Bahn, Bus oder Automobil; auf Wegen und Straßen, in Gebäuden oder auf Plätzen oder auch Übergangsorten wie Bahnhöfen – wie kann über Gestaltungsentscheidungen das Verhalten und Empfinden dieser sehr unterschiedlichen Räume in einem Bewegungsprozess positiv beeinflusst werden? Dazu müssen neben den funktionalen Einflussfaktoren (Zugang, Gebrauchstauglichkeit, Erkenn- und Lesbarkeit, Orientierung) auch die sozio-emotionalen Faktoren (Aufenthalts- und Erlebnisqualität, subjektive Sicherheit, Privatheit und Sozialität, Selbstbestimmung) in der Gestaltung berücksichtigt werden, um einen unbehinderten Zugang zu ermöglichen und ein identitätsstiftendes räumliches Angebot ausformulieren zu können. Mit der zunehmenden Überlagerung des physischen, analogen Raums durch algorithmisierte Umwelten ist auch die digitalbasierte Erweiterung des Informations- und Kommunikationsraums einzubeziehen. Das erweitert das Aufgabengebiet des Designs hin zur Umweltgestaltung und damit zu einem konzeptionell und systemisch ausgerichteten Gestaltungsansatz.

Forschungsschwerpunkt Mobilität

Das Autofahren macht immer weniger Spaß: die Pendlerströme werden immer intensiver, die Staulängen steigen, das Parkplatzsuchen wird zur Qual.... Aber das wird sich ändern, denn wir stehen kurz vor einer qualitativen Veränderung der Art und Weise, wie wir mobil sein werden. Mit der digitalen Verfügbarkeit (mobiles Internet über das Smartphone) werden neue intelligente Mobilitätsformen möglich: wir werden zukünftig problemlos unterschiedliche Verkehrsträger entsprechend unseren Bedürfnissen konfigurieren können (vernetzte und multimodale Mobilität). Der flüssige und sichere Übergang von einer Mobilitätsform zu einer anderen, die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel auf einem Weg kann zukünftig unmittelbar und flexibel erfolgen (intermodale Mobilität). Dadurch vereinfacht sich die Nutzung öffentlicher als auch gemeinsam geteilter Verkehrsmittel (Sharing). Mein Fahrtenwunsch und wie ich fahren will – das entscheide ich unmittelbar und wie ich will. Um diese neue Freiheit der Mobilität zu ermöglichen, ist nicht nur ein störungsfreies Zusammenspiel der unterschiedlichen Mobilitätsangebote und Verkehrsmittel notwendig, sondern es bedarf einer umfassenden Gestaltung der Mobilitätsräume, in denen sich die Nutzer bewegen, auch in der Nutzung des mobilen Internets. Dies betrifft nicht nur die funktional-praktischen Zusammenhänge, sondern wesentlich auch die emotionalen Faktoren: Fühle ich mich wohl, fühle ich mich sicher? Es sind die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer, die bei der Gestaltung der neuen, umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten zu berücksichtigen sind. Hier setzt die Designforschung an der HfG Offenbach an.

Das ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass im Ballungsraum Rhein-Main Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich von Prozessen und Systemen der Mobilität bestimmt sind. Klimawandel und Ressourcenverknappung, aber auch der stetig steigende Verkehrsaufwand erhöhen die Dringlichkeit, mit der weltweit nach neuen Lösungen für Mobilität in urbanen Räumen geforscht wird. Entsprechend gehört zu den zukünftigen Aufgaben des Designs die Entwicklung innovativer Methoden und spezifischer Werkzeuge und Strategien, um zukunftsfähige nachhaltige Projekte im Mobilitätsbereich positiv zu befördern, sie effizienter und sichtbarer zu machen, um so die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern. Wissenschaftliche Handlungsfelder wie Verkehrsplanung, Sozialwissenschaftliche Mobilitätsforschung, Kognitionspsychologie, Architektur und Kommunikationstechnologie werden in dem Forschungsschwerpunkt mit Designforschung zum Thema Mobilität verbunden.

Das am Fachbereich angesiedelte Designinstitut für Mobilität und Logistik (DML) widmet sich diesen Themen und bearbeitet diese wissenschaftlich. Initiatoren sind Prof. Peter Eckart, Prof. Georg-Christof Bertsch und Prof. Dr. Kai Vöckler. Seit 2014 wurden zahlreiche Forschungsprojekte in diesem Themenbereich durchgeführt.

Projekte

Mobilität sichtbar machen

Das zentrale Problem ist in der Region Rhein-Main wie auch in Graz mit seinem Umland die Nutzung des eigenen PKWs (Motorisierter Individualverkehr). Im Ballungsraum Rhein-Main hat der Kfz-Verkehr den höchsten Anteil an der Emission von Schadstoffen, weit vor Flugverkehr, Industrie und Gewerbe oder auch Gebäuden. Die Anzahl der individuell genutzten Fahrzeuge steigt stetig an und überlastet die Straßen. Der Verkehr trägt zudem seit 20 Jahren nichts zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bei. Hinzu kommen die Belastung von Mensch und Umwelt durch Lärm, Feinstaube, Stress, Flächenversiegelung.

Das Seminar ist der Frage nachgegangen: Wie können die komplexen Zusammenhänge räumlicher Mobilität mit ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt visualisiert werden, so dass sie begreifbar werden (Informationsgrafiken)? Es wurden grundlegende Informationen zur Mobilität in Deutschland und der Region sowie zum Zusammenhang von Verkehr und Umweltbelastung, aufgearbeitet und visualisiert.

Workshop Graz: In einem Online-Workshop wurden die erarbeiteten Grundlagen auf die österreichischen Verhältnisse in Zusammenarbeit mit Fabian Walmüller (Stoiser Walmüller Architekten) mit Schwerpunkt Graz-Umland angepasst. Es wurden Mobilitätszusammenhänge im Zentralraum Graz und damit verbundene Aspekte der Grazer Stadtentwicklung visualisiert. Die Ergebnisse wurden zum Ende des Workshops in Form einer Ausstellung im Club Hybrid der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Ausstellung bildet auch den örtlichen Rahmen für eine Diskussionsveranstaltung am letzten Tag des Workshops, in der Expert:innen und Entscheidungsträger:innen gemeinsam Mobilitätsstrategien und -szenarien für den Zentralraum Graz diskutierten.

Teilnehmende

Amélie Ikas, Leonard Neunzerling

Betreuende

Prof. Dr. Kai Vöckler

Kooperation

Fabian Walmüller, ​Stoiser Walmüller Architekten Wien/Graz

Jahr

Sommersemester 2021

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Grafik: Leonard Neunzerling

Beweg Dein Quartier

»Beweg Dein Quartier« soll mehr Raum für Menschen, Bewegung und Begegnung schaffen, die Lebensqualität steigern, Mobilitätsprojekte sichtbar machen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort ausprobieren, Akteur:innen zusammenbringen und Impulse für klimagerechte Mobilität der Zukunft setzen. Das Seminar war Teil des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten Projekts »Beweg Dein Quartier« (https://bewegdeinquartier.de).

Während Menschen vor Ort mit urbanista und CURE in Dialog treten, Ideen entwickeln und Visionen für die Zukunft ausprobieren, untersuchten Studentinnen im Rahmen des Seminars an der Hochschule für Gestaltung das Projektgebiet, um neue Lösungen zu finden. Es wurde an Konzepten gearbeitet, die den urbanen Raum als Ort des Zusammenkommens, des Mobil- und Aktiv-Seins, des Aufhaltens und Erlebens gestalten. Priorisiert haben wir dabei das Zufußgehen und Radfahren sowie die Verbindung mit dem ÖPNV. Dabei spielten ergonomische, barrierefreie Wege, eine intuitive Wegführung und Orientierung sowie emotionale Sicherheit und Wohlbefinden eine zentrale Rolle.

Koordiniert wurde das Gesamtprojekt von dem Stadtentwicklungsbüro urbanista, die langjährige Erfahrung bei der Umsetzung partizipativer Stadtentwicklungsprojekte vorweisen können sowie dem Centrum für Umweltmanagement, Ressourcen und Energie (CURE) der Ruhr-Uni Bochum mit Expert:innen für Partizipation in Klima- und Infrastrukturfragen. Die Stadt Offenbach ist als Praxispartnerin dabei. Die HfG Offenbach hat als Forschungspartnerin mit dem Seminar einen eigenständigen Beitrag zum Projekt entwickelt.

Teilnehmende

Jun Jin, Qianyi Cheng, Zhu Zhu

Betreuende

Prof. Dr. Kai Vöckler

Dipl. Des. Janina Albrecht

Kooperation

urbanista, Hamburg

CURE, Essen

Stadt Offenbach am Main

Jahr

Sommersemester 2021

03 bewegdeinquartier hfgof intervention2021

Intervention im Offenbacher Nordend